Stand 18.09.2021

Der Auwald der Zukunft entwickelt sich bereits! An vielen Stellen in der Renaturierung hat die natürliche Besiedlung mit Pflanzenbewuchs längst begonnen. Durch das Wasser der Lippe sind Samen von verschiedenen Pflanzenarten angeschwemmt worden. Sofern die Bedingungen gepasst haben, sind nach der Keimung kleine Jungpflanzen und inzwischen schon nennenswerter Bewuchs entstanden.

Nach wie vor gibt es aber in vielen Teilbereichen auch noch sandige und kiesige Rohböden. Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang sich die erste Pioniervegetation halten und weiter entwickeln kann. Teilweise wird sie sicher im nächsten Winter bei höheren Abflüssen abgeschwemmt oder mit Sedimenten überdeckt werden.

Aber der Anfang zur Auwaldentwicklung ist bereits jetzt, wenige Monate noch der Umsetzung der Renaturierung, gemacht.

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Junge Schwarz-Erlen besiedelen in lückiger Formation eine Kiesbank.

 
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In einer flachen Mulde mit Feinsubstraten hat sich eine Gruppe von Weidenjungpflanzen angesiedelt.

 
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Hier wächst noch kein Gehölz, sondern eine Wasser-Minze, die mit weiten Ausläufern Halt im lockeren Sand sucht.

 
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In einer frisch durchspülten Sandmulde kann die Vegetation noch nicht Fuß fassen.

 
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Eine flache Kiesinsel hat sich in der renaturierten Lippe gebildet.

 
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Neben der Insel ist das Wasser sehr flach und turbulent.

 
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Fast die komplette Sohle des Flusses ist mit einer dicken Schicht aus unterschiedlich geformten Kieseln überdeckt.

 
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Viele der Steine sind schon besiedelt worden; in diesem Fall von einigen Köcherfliegenlarven, die sich schützende Behausungen aus kleinen Steinchen gebaut haben.

 
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Auch Wasserpflanzen haben den Bereich schon besiedelt; hier im Bild ein Mischbestand aus Flutendem Wasserhahnenfuß, Wasserstern und Wasser-Ehrenpreis.

 

Stand 25.08.2021

Bei dem derzeit niedrigen Wasserstand sind an vielen Stellen in dem Renaturierungsbereich flache Kiesbänke aufgetaucht. Die Lippe ist im Bereich Sande ein kiesgeprägter Fluss. Durch die Renaturierung hat sie wieder die Möglichkeit, die natürlicherweise vorkommenden Kiese in der Strömung umzulagern. Aber wie sieht es eigentlich unter Wasser aus?

In der besonders in flachen Bereichen turbulenten Strömung hat sich in weiten Teilflächen eine durchgehende Kiessohle entwickelt. Zwischen den Kieseln unterschiedlicher Größe und Form hat gibt es ein gut durchspültes und mit sauerstoffreichem Wasser versorgtes Lückensystem. Dieses ist wichtig für die Besiedlung der Flusssohle durch Krebse, Schnecken, Insektenlarven und Jungfische.

Aber auch typische Pflanzenarten haben sich schon angesiedelt. Sie haften mit ihren Wurzeln zwischen und auf den Steinen. Dadurch finden sie ausreichend Halt in der Strömung. Diese im Wasser flottierenden Pflanzenbestände wiederum bieten Fischen und anderen Arten hervorragende Deckungsmöglichkeiten.

Stand 10.08.2021

Im Gelände sind Bekassinen meistens nicht leicht zu entdecken. Sie sind recht scheu und mit ihrer braunen Gefiederfarbe gut getarnt. Außerdem verstecken sie sich bei Gefahr oder Störungen gerne regungslos in der Vegetation.

In der Lipperenaturierung machen derzeit einige Bekassinen Rast. Die Böden im Wasserwechselbereich und im Flachwasser sind weich und stocherfähig. Hier können die Tiere mit ihren langen Schnäbeln systematisch nach Würmern und Insektenlarven suchen. An der Schnabelspitze haben sie Sinneszellen, mit denen sie Nahrung im Boden ertasten können. Der lange Schnabel kann an der Spitze wie eine Pinzette geöffnet werden.

Die Bekassinen fnden an der Lippe Nahrung, Ruhe und Möglichkeiten zum Baden und Putzen als Stärkung für den Weiterflug in ihr Winterquartier.

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Ziemlich unauffällig - zwei Bekassinen in der schütteren Ufervegetation der Lippe.

 
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Mit dem langen Schnabel wird bei der Nahrungssuche kräftig gestochert.

 
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Immer an der Grenze zwischen Wasser und Land am Ufer entlang.

 
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Nach dem Bad darf die Gefiederpflege nicht zu kurz kommen.

 
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Blick von Westen über die Renaturierung. Bei dem vorherrschenden Niedrigwasserabfluss ist die Blänke im Vordergrund links vom Flusslauf der Lippe fast vollständig abgetrennt. Trotzdem sind auch bei diesem niedrigen Wasserstand immer noch große Teile der neuen Flussaue überstaut.

 
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Inseln aus Kies und Sand haben sich gebildet und entstehen immer noch neu. Einige Totholzeinbauten und enge Initialgestaltungen haben ausgereicht, um eine gewaltige Eigendynamik der Lippe anzuregen.

 
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Hier hat sich eine regelrechte Furt aus Kiesauflandungen gebildet, die sehr flach und turbulent überströmt werden.

 

Stand 30.07.2021

Innerhalb von ca. 4 Monaten hat sich in der Renaturierung ein vielfältiges Mosaik aus fließenden und stehenden Wasserflächen, Sanden und Kiesen sowie aus Pionierbewuchs verschiedener Pflanzen entwickelt. Aus der Luft betrachtet zeigt sich fast ein verwirrendes Bild: Wo fließt eigentlich die neue Lippe? Und sah das nicht vor Kurzem noch ganz anders aus?

Einige wenige Abflussereignisse, die kurzzeitig im Bereich Mittelwassermenge oder etwas darüber lagen, haben gereicht, um nach der Initialgestaltung den Eindruck einer Gewässerbaustelle fast völlig verschwinden zu lassen.

Die Lippe hat es sich in ihrer neuen (alten) Aue richtig gemütlich gemacht!

Stand 13.07.2021

Was Eigendynamik in einer renaturierten Flussaue bedeutet, kann man in den folgenden Fotos erkennen. Es handelt sich um Senkrechtaufnahmen aus der Lipperenaturierung, die aus einer Höhe von 60 m mit einer Drohne aufgenommen wurden.

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Der Flusslauf der Lippe hat sich in ein Haupt- und ein Nebengerinne aufgeteilt. Eine Insel aus Sanden und Kiesen trennt die beiden Gewässerteilflächen. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die Insel selbst durch weitere kleinere Nebenrinnen unterteilt ist. Je nach Wasserstand werden mehr oder weniger große Teilflächen überströmt.

 
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Das Foto zeigt eindrucksvoll, dass sich bedingt durch unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten helle Kiese, gelbliche Sande und dunkle Feinsedimente sehr differenziert abgelagert haben. Dadurch sind beste Voraussetzungen für eine Besiedlung durch die verschiedenen Fisch- und Benthosarten gegeben.

 
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An dieser Stelle hat die Lippe quer über die gesamte Flussbreite große Mengen Kies abgelagert, die teilweise als Insel aus dem Wasser ragen, z. T. aber auch recht turbulent überströmt werden. Bemerkenswert sind auch die sehr unterschiedlichen Wassertiefen und Strömungsmuster auf kleinem Raum.

 
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Junger Kiebitz an der Uferlinie.

 
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Das Kiebitzweibchen ist immer wachsam.

 
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Irgendwie ist es zu zweit auf einer Kiesbank am schönsten...

 

Stand 03.07.2021

Die jungen Kiebitze sind schon kräftig gewachsen. Sie laufen gezielt die Wasserwechselzone in der Renaturierung ab und picken unentwegt kleine Insekten, Schnecken und Würmer. Die Eltern sind immer in der Nähe, passen auf und stoßen bei Gefahr Warnlaute aus. Dann ducken sich die Jungen weg und verschmelzen mit dem Untergrund.

Die Austernfischer fühlen sich offenbar wohl in der Lippeaue. Nach der Nahrungssuche kann man in einer Brutpause ganz entspannt auf einer Kiesbank "abhängen".

Stand 21.06.2021


 

Mindestens 8 Brutpaare Flussregenpfeifer haben die neu entstandenen Kiesinseln und Sandbänke der Renaturierung besiedelt. Sie finden hier reichlich Nahrung (kleine Insekten, Würmer und Larven), grenzen ihre Reviere ab und balzen intensiv.

 

Zwei Kiebitzpaare haben ihre Jungen in die Lippeaue geführt. Währen die Etern aufpassen, können die Küken hier in aller Ruhe fressen und wachsen.

 

Austernfischer haben mit einem Brutpaar die Renaturierung besiedelt. Die Lippeaue bietet alles, was sie brauchen: Nahrung, Plätze zum Baden und Ruhen, Schutz. Mit ihren langen Beinen und Schnäbeln sind sie bestens für ein Leben im Flachwasser und der Wasserwechselzone ausgestattet.

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Unmittelbar nach Abschluss der Gestaltungsmaßnahmen haben weit über 100 Uferschwalben-Brutpaare die Steilufer der Renaturierung besiedelt. Sie graben dort ihre Brutröhren in die sandigen Steilwände und profitieren von dem reichen Insektenaufkommen in der Lippe. Auch bei kühlen Temperaturen und schlechtem Wetter schlüpfen hier immer große Mengen von Eintagsfliegen, Köcherfliegen etc.

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Blick über die Renaturierung in Richtung Westen, im Hintergrund ist der Heddinghauser See zu erkennen. Deutlich werden das vielgestaltige und breite Hauptgerinne der Lippe und die zahlreichen überstauten Auenflächen.

 
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Das Senkrechtbild eines Ausschnittes der Renaturierung zeigt die enorme Vielfalt: Unterschiedliche blaugrüne Farben zeigen die verschiedenen Wassertiefen, Kiese, Sande und Totholz bilden ein Mosaik von Substraten. Alles wird geformt und überlagert von abwechslungsreichen Strömungsverhältnissen.

 

Stand 07.06.2021

Die Lippe hat derzeit eine relativ geringe Abflussmenge, die nur wenig über dem sog. mittleren Niedrigwasserabfluss liegt. Trotzdem sind im Renaturierungsbereich immer noch große Teilflächen überstaut und befeuchtet.

Und genau so soll es in einer möglichst naturnahen Flussaue sein. Mulden, Altverläufe und Geländesenken bleiben auch bei niedrigen Abflüssen über lange Zeiten eingestaut. Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung einer artenreichen Auenlebensgemeinschaft.

 

Dem Lauf der Lippe als Leitlinie folgen zahlreiche Vogelarten auf ihren Wanderungen. Einige von ihnen, wie die Uferschwalben, die Flussregenpfeifer und die Austernfischer, haben die neu entstandenen Lebensräume spontan besiedelt.

Wie stellen sich die Renaturierungsflächen aus der Vogelperspektive dar?

Stand 01.06.2021

Die Austernfischer besuchen inzwischen die Lipperenaturierung als Paar. Sie suchen dort nach Nahrung, baden und putzen sich. Außerdem haben die beiden schon fleißig gebalzt und kopuliert. Vielleicht schreiten sie ja auch noch zur Brut...

Bei der Nahrungssuche stochern Austernfischer auf Wiesen und Weiden, aber auch im Wattenmeer gerne tief mit ihrem langen Schnabel im Boden, um leckere Würmer zu erwischen. In der renaturierten Lippe ist das Wasser stellenweise sehr flach. Dort laufen die Tiere fast bis zum Bauch im Wasser, tauchen bei der Nahrungssuche tief mit dem Kopf ins Wasser und gehen der Sache ordentlich auf den Grund...

Die Flussregenpfeifer sind da schon etwas weiter mit der Familienplanung. Einige Paare brüten bereits. Andere jagen sich noch über die Kies- und Sandbänke, führen ein sog. Scheinnisten auf, balzen intensiv und kopulieren auf den als Revierzentrum ausgewählten Kiesflächen.

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Prüfend stochert ein Austerfischer im flachen Wasser.

 
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Wenn es etwas zu holen gibt, folgt der komplette Körpereinsatz mit Eintauchen des Kopfes.

 
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Zwei Fluppis haben ihr Glück gefunden: eine kleine Kiesinsel in der neuen Lippe.

 
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Das Männchen versucht, das Weibchen mit Imponiergehabe, Fußtrippeln und sogar kleinen Tritten zu stimulieren.

 
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Offenbar mit Erfolg!

 
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Ein Austernfischer bei der Nahrungssuche in Flachwasserzonen der Lippe.

 
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Wettrennen bei den Flussregenpfeifern.

 
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In der Luft wird die volle Gefiederpracht gezeigt, um Konkurrenten zu beeindrucken.

 
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Drei sind einer zu viel...

 
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Uferschwalben verteidigen ihre mühsam gegrabenen Brutröhren gegen "feindliche Übernahmen".

 

Stand 25.05.2021

Austerfischer brüten bereits seit vielen Jahren unregelmäßig in der Lippeaue oberhalb Lippstadt. Diese Watvogelart sucht im seichten Wasser und im Grünland nach Würmern, Schnecken und Insektenlarven. Die ausgedehnten Wasserwechselzonen der Lipperenaturierung bieten für Austernfischer beste Nahrungsmöglichkeiten.

Wie begehrt die Sand- und Kiesbänke der renaturierten Lippe als Brutstätten sind, zeigen die Aktivitäten der Flussregenpfeifer. Während einige Paare bereits brüten, streiten sich andere immer noch heftig um die besten Plätze. Dabei rennen die Fluppis wieselflink über den Boden, zeigen bei schnellen Flugmanövern ihre volle Gefiederpracht und werden im Zweifelsfall auch sehr aggressiv, um Konkurrenten zu verdrängen.

Auch bei den Uferschwalben ist der Andrang groß. Die geselligen Vögel haben inzwischen an mindestens 4 Steilufern Brutröhren gegraben. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Immer wieder versuchen Schwalben die bereits fertig gegrabenen Röhren von Nachbarn zu übernehmen. Dabei gibt es heftige Auseinandersetzungen an der Steilwand.

Stand 08.05.2021

Mehrere Brutpaare des Flussregenpfeifers haben inzwischen im Renaturierungsbereich Reviere gebildet. Einige haben bereits mit der Brut begonnen. Altvögel und Eier sind auf dem Kiesuntergrund bestens getarnt. Leider kommt es immer wieder vor, dass von menschlichen Besuchern unbeabsichtigt und unbemerkt Bruten gestört und Gelege zertreten werden.

Der gesamt Renaturierungsbereich ist Naturschutzgebiet und darf von Unbefugten nicht betreten werden. Kanuten dürfen die Lippe befahren, aber nicht anlanden und aussteigen.

Wie zu erwarten habe sich nach der Rückkehr aus dem Winterquartier auch Uferschwalben an den Steilufern des Gebietes angesiedelt. Sie bauen dort gerade ihre Brutröhren und werden in wenigen Tagen mit der Brut beginnen. Auch die Uferschwalben sind gegenüber menschlichen Störungen empfindlich.

Die Lippe stellt für viele wanderende Tierarten eine wichtige Leitlinie dar. Und die Renaturierung in Sande bietet ideale Bedingungen für durchziehende Watvögel. Derzeit suchen z. B. Grünschenkel in den Flachwasserzonen nach Nahrung. Die Art ist in Skandinavien und nördlichen Tundrenzonen Brutvogel.

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Ein Flussregenpfeifer beobachtet von einem erhöhten Punkt aus das Umfeld seines Reviers.

 
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Der Partner hat bereits mit der Brut auf einer Kiesbank begonnen.

 
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Uferschwalben bauen ihre Brutröhren in einer steieln Uferwand.

 
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Sie sind Koloniebrüter. Oft siedeln mehr als 100 Brutpaare nebeneinander.

 
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Grünschenkel an der "Tankstelle Lipperenaturieurng".

 
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Flußregenpfeifer sind Pionierbesiedler von offenen und dynamischen Flussauen.

 
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Das Revier wird durch einen auffälligen Rundflug mit lauten Rufen markiert

 
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Bruchwasserläufer tanken in der Lipprenaturierung Energie für ihren Weiterflug in die nördlichen Brutgebiete.

 
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Stand 27.04.2021

Wasser, Kies und Sand in einer dynamischen Flussaue besitzen für Flußregenpfeifer eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Als Pionierbesiedler sind die Fluppis in der Lage, geeignete Lebensräume sehr schnell zu erobern. Die Renaturierung der Lippe bietet ausreichend Platz für die Ausbildung mehrerer Brutreviere.

Einige Fluppis haben die Kiesbänke und Sandufer bereits besiedelt. Sie suchen dort Nahrung, beginnen mit ihrer Balz und streiten um die besten Plätze. Gerne führen die Männchen um das Zentrum ihres Brutrevieres herum Flugmanöver aus, bei denen auffällig gerufen wird. Nach der Landung auf dem Boden wird das Gefieder abgespreizt, um größer zu erscheinen und Rivalen zu zeigen: Das hier ist mein Revier.

Flußregenpfeifer legen ihre Eier direkt auf den Kiesuntergrund. Wenn die Tiere brüten, sind sie bestens getarnt. Verlassen die Fluppis das Nest, sind die Eier kaum von den Kieselsteinen zu unterscheiden. Deshalb ist es absolut wichtig, Kies- und Sandbänke, Gewässerufer und Rohbodenflächen nicht zu betreten. Zu schnell ist ein Gelege der Fluppis zertreten.

Einige Bruchwasserläufer nutzen den Renaturierungsbereich derzeit als Tankstelle auf ihrem Zug. Diese Watvogelart brütet in den nördlichen Tundragebieten und ist bei uns als Zug- und Rastvogel zu beobachten. Sie haben in den Tropen und Subtropen der Südhalbkugel überwintert und tausende Kilometer zurückgelegt, bis sie die Lippe in Sande erreicht haben. Dabei haben sie sich am Flusslauf der Lippe orientiert und möglicherweise die breiten Wasserflächen über große Entfernungen bei nächtlichem Mondlicht wahrnehemn können.

Die Bruchwasserläufer suchen in flachen Uferbereichen und auf wenig überströmten Kiesbänken nach Larven von Eintagsfliegen, Käfern und Steinfliegen. Sobald sie ihre Reserven aufgefüllt haben, werden sie ihre Reise fortsetzen.